Astrologie

Die Astrologie ist einer der Hauptpfeiler der Esoterik und der Wissenschaften. Sie wurde schon vor Tausenden von Jahren in allen alten Weltkulturen wie z. B. bei den Babyloniern und Ägyptern praktiziert und wird bis heute in einigen Ländern sehr ernst genommen. Die christlichen Römer waren die Ersten, die die Astrologie bekämpft haben, aber von der Renaissance bis ca. ins 17. Jahrhundert galt sie als anerkannte Wissenschaft. Die Astrologie hing eng mit der Astronomie zusammen, denn die Astrologie versuchte, den Bewegungen der Gestirne eine Deutung abzuringen, die für das menschliche Leben eine wichtige Rolle spielte.

 

Heute kann man Horoskope erstellen, wenn ein Kind zur Welt kommt, um anhand der Positionen der Gestirne bzw. der Planeten zum Zeitpunkt der Geburt die wichtigen Charakteranlagen zu erkennen, sowie Probleme, mit denen der Erdenbürger im Laufe seines Lebens konfrontiert sein wird.

 

Und warum sollen die Sterne einen Einfluss auf uns haben? Nun, wer in der Schule aufgepasst hat, kennt ja den Einfluss des Mondes auf Ebbe und Flut. Und es wurde auch schon festgestellt, dass immer dann auf der Erde die schlimmsten oder auch die häufigsten Kriege ausbrechen, wenn der Mars sich in Erdnähe befindet. Man sagt auch „Wie oben – so unten“, da alles miteinander korrespondiert.

 

Eine kurze Einführung von 5 oder 6 Minuten gibt es hier bei YouTube:

https://www.youtube.com/watch?v=GJUR7-Fh88Y

 

In der chinesischen oder vedischen (indischen) Astrologie, aber auch bei interessierten westlichen Astrologiefans wird das Handeln nach der Astrologie ausgerichtet, um möglichst günstige Zeiten für bestimmte Unternehmen auszurechnen, damit einem Vorhaben nichts im Weg steht. Denn wie man so schön sagt „Die Sterne machen geneigt“. Allerdings zwingen sie zu nichts. Auch wenn man das beste Datum für eine Vereinsgründung aussucht, so kann der Fußballverein dennoch jedes einzelne Spiel verlieren und man kann den Erfolg auch nirgendwo einklagen. Andererseits schadet diese Berechnung ja niemandem.

 

Die Berechnung schlägt sich auch in der Partnerschaftsastrologie nieder, wo ein erfahrener Astrologe die Chancen für eine erfolgreiche Partnerschaft berechnen kann. Und es gibt die Stundenastrologie, die exakte Zeitpunkte für erfragte Themen berechnen kann. (Dies hat bei mir allerdings noch nie funktioniert. Die Berechnung selbst war korrekt, aber das Ereignis hatte davon wohl keine Ahnung und passierte einfach, als ihm danach war und nicht gemäß meiner Berechnung ;) ).

 

Der westlichen Astrologie wird häufig vorgeworfen, dass sich die Sternbilder am Himmel mittlerweile verschoben haben und die Geburtshoroskope deshalb eigentlich nicht mehr korrekt sind. Um dies näher zu erklären, müsste man jetzt die Verschiebung der Erdachse und die Präzession sowie den siderischen Tierkreis (basierend auf den sichtbaren Sternzeichen am Himmel) und tropischen Tierkreis (Einteilung der Sternzeichen in 12 Stück zu je 30 Grad) beschreiben … das würde hier zu weit führen. Aber es gibt einen guten Artikel darüber, wer sich das Thema näher anschauen möchte, der kann hier nachlesen: http://www.sternzeichen.net/tierkreiszeichen/verschiebung/

 

Dessen ungeachtet scheint die westliche Astrologie dennoch zu funktionieren und das ist ja die Hauptsache. Wer seine Kenntnisse lediglich aus banalen Horoskopen aus der Tageszeitung bezieht, die so allgemein formuliert sind, dass sie praktisch für jedes Sternzeichen zutreffen könnten, der macht sich möglicherweise zurecht darüber lustig. Denn sehr oft sind die Horoskope ja nicht einmal von einem Astrologen zumindest annähernd erstellt sondern vielleicht sogar von einem Praktikanten in der Kaffeepause erfunden worden? Man weiß es nicht. Aber ein professionell erstelltes Horoskop wird sich nicht darauf begründen, dass Sie – oh Freude – ein empfindsamer Fisch oder ein starker Löwe sind, die Berechnungen gehen in die Tiefe und berücksichtigen sehr viel mehr, was hier gar nicht alles aufgezählt werden kann. Wenn wir uns also der Astrologie zuwenden, müssen wir verschiedene Strömungen derselben berücksichtigen, denn jeder kann nach seinem Gusto eine der bekannten Varianten wählen:

 

Die westliche Astrologie ist wohl uns Europäern am vertrautesten, da wir zumindest unser Sternzeichen kennen. Wer also damit beginnen will, der kann schon mal nichts falsch machen. Wer sich ernsthaft damit beschäftigen möchte, der sollte sich ein Buch beschaffen, in dem jedes Sternzeichen, jeder Planet, jedes Haus, jede Stellung etc. erklärt ist und sich am besten noch mit der Berechnung der Planetenpositionen (von Hand natürlich) auseinandersetzen. Wer dann noch nicht verzweifelt, der hat echtes Interesse! Für die Faulen gibt es fertige Softwareprogramme, die dann Texte ausspucken, aber eine Prüfung auf Logik und Richtigkeit der Aussagen kann man nur treffen, wenn man sich zuvor bereits damit beschäftig hat und ein entsprechend qualitatives Programm zur Unterstützung wählen kann. Am besten ist es immer noch, sich auf die eigenen Erkenntnisse zu verlassen und diese direkt umzusetzen. Auch wer gerne und begeistert von Hand oder vielmehr im Kopf rechnet, der sollte sich die Ephemeriden besorgen. Das ist praktisch ein Katalog mit Aufzeichnungen an welchem Tag in der Vergangenheit und Zukunft welcher Planet wo steht. Die vergangene Position benötigen wir z. B. für Geburtshoroskope und die künftigen für Entwicklungen oder günstige Zeitpunkte.

 

Hier noch ein paar Grundlagen dazu: Ein Horoskop bezieht sich auf den Geburtszeitpunkt einer Person zu einer bestimmten Zeit und an einem bestimmten Ort. Denn über jedem Ort auf der Welt stehen zu verschiedenen Zeiten die Planeten über uns in einer bestimmten Konstellation. Schnelldrehende Planeten wie der Mond oder die Sonne ändern häufiger ihre Position als die langsamen wie zum Beispiel Saturn, denn die langsamen Planeten stehen praktisch für ganze Generationen an derselben Stelle und sind daher weniger aussagekräftig, außer aus gesellschaftlicher Sicht. Daher werden die Positionen der schnelleren Planeten als wichtiger erachtet.

 

Aus dem Horoskop lässt sich vieles herauslesen, was Aufschluss über Charakter und Veranlagung gibt oder auch über berufliche Aussichten und partnerschaftliche oder familiäre Konstellationen. So ein aufgezeichnetes Horoskop sieht aus wie ein Kuchen oder eine Pizza, die in 12 Teile zerschnitten wurde, darauf sind wie Kirschen auf der Torte die Planeten eingezeichnet, jedes – unterschiedlich große – Pizzastück wird als „Haus“ bezeichnet und stellt einen bestimmten Lebensbereich dar. Die 12 Häuser stehen zum Beispiel für Finanzen, Job, Heim, Freunde, Beziehungen etc. Der „Belag“ dieser Pizza oder die „Oliven“ darauf sind unsere Planeten. Davon gibt es in der klassischen Astrologie sieben: Sonne, Mond, Merkur, Venus, Mars, Jupiter und Saturn. Nach ihrer Entdeckung wurden auch die neueren Planeten wie Uranus, Neptun und Pluto hinzugezogen, später noch weitere Zwergplaneten. Dem Planeten Pluto wurde sein Planetenstatus bei der Definitionsänderung zwar aberkannt, aber aus der Astrologie wurde er deswegen nicht verbannt.

 

Nun hat jeder Planet eine besondere Bedeutung. Die Sonne steht für die Lebensenergie, der Mond für das Unbewusste, Merkur ist der Verstand und die Kommunikation, Venus steht natürlich unter anderem für die Liebe, Mars für Energie, Kampf, Mut oder auch Krieg, Jupiter ist der Glücksbringer, Saturn bringt Unglück. Wer also die Venus im 7. Haus hat, welches für die Liebe und Beziehung steht, hat direkt die Liebe in der Liebe, das ist praktisch. Wer den Mars dort stehen hat – oder in unserem Vergleich die Olive des Mars auf dem Pizzastück der Beziehungen, der hat dort eher mit Kämpfen zu rechnen … Jetzt haben Sie zum Zeitpunkt der Geburt Ihren Aszendenten an der Spitze des ersten Hauses. Manche sagen, dass man sich in der zweiten Lebenshälfte eher ausgeprägt wie sein Aszendent verhält. Schüchterne Tierkreiszeichen wie Fische oder Krebse mit einem kräftigen Aszendenten wie z. B. dem Widder, werden dann plötzlich recht kämpferisch und mutig.

 

Nun haben Sie schon einen gewissen Eindruck davon, wie die Planeten am Himmel oder die Oliven auf ihrer Horoskop-Pizza gedeutet werden. Und dabei geht es noch weiter ins Detail. Zum Beispiel mit den Aspekten, die die Oliven miteinander bilden. Es gibt günstige und ungünstige Winkel der Planeten zueinander. Und jeder Planet hat noch einen Orbit zu beachten … Kreist Ihnen schon der Kopf? Sie sehen, Astrologie ist tatsächlich eine Wissenschaft, und wenn man alle diese Punkte - und noch viel mehr - beginnt zu deuten, dann hat das nichts mehr damit zu tun, dass Sie sagen können „Ich bin Sternzeichen Löwe, was bedeutet das?“ – Nun, nicht so viel, wie Sie immer dachten. Erst das Gesamtbild gibt ausreichenden Aufschluss über Ihr Wesen und Ihre Perspektiven.

 

Meine Empfehlungen:

 

Die Bücher, mit denen ich damals gearbeitet habe, sind heute nur noch antiquarisch erhältlich und die Wissenschaft entwickelt sich ja auch weiter. (Sehr gut fand ich „Das Horoskop“ von Martin Boot). Dennoch sollten Sie einmal nach folgenden Werken als Anhaltspunkt Ausschau halten und dann prüfen, mit welchem Stil und Aufbau Sie am besten zurechtkommen:

 

Danach können Sie mit diversen Spielereien zur Stundenastrologie, Partnerschaftsastrologie oder was auch immer Sie möchten, weitermachen.

 

Kommen wir zur östlichen Astrologie. Die chinesische Astrologie hat eine sehr schöne Legende über ihre Anfänge. Denn es begann damit, dass Buddha alle Tiere zu sich rief, doch nur 12 seinem Aufruf folgten. Zu Ehren dieser Tiere nannte er jedes Jahr nach einem der Tiere in der Reihenfolge ihres Erscheinens und diese Tier-Jahresnamen wiederholen sich immer im Zyklus von 12 Jahren. Nun mag man natürlich einwerfen, dass nicht jeder, der im selben Jahr geboren wurde, denselben Charakter hat. Und das ist vollkommen richtig. Denn nur weil Sie wissen, in welchem Tierjahr Sie geboren wurden und ob Sie ein Drache oder ein Hund sind, wissen Sie noch immer nichts über Ihre verborgenen Charaktereigenschaften oder Ihr Potenzial. Auch dies wird sich Ihnen erst erschließen, wenn Sie sich mit den Elementen beschäftigt haben (Feuer, Wasser, Erde, Luft, Holz – ja, Holz!) und den Jahreszeiten etc. Genau wie die westliche Astrologie noch viel tiefgründiger ist, ist es auch die Chinesische Astrologie. Freuen Sie sich auf sehr viel Rechenarbeit!

 

Wer sich damit beschäftigen möchte, dem seien ebenfalls einige sehr gute Bücher empfohlen – wie zuvor gesagt gilt es natürlich auch hier, sich ein Buch zu beschaffen, das einem persönlich gut liegt und mit dem man arbeiten kann. Kurze, vorgefertigte Infos sind zwar praktisch, gehen dann aber leider nicht in die Tiefe. Es muss selbstverständlich jeder selbst entscheiden, wieviel Zeit er investieren möchte und wie intensiv die Information sein soll. Vergleichbar werden diese Ergebnisse natürlich dann nicht sein!

 

(Mein Einstiegsbuch damals war von Suzanne White, dann folgte Theodora Lau und dann Roger Elliot, anschließend kamen die Bücher, die intensives Berechnen erforderten. Leider sind diese nicht mehr erhältlich und können nicht explizit empfohlen werden. Wer sich aber auskennt, kann sich ein Bild davon machen, wie ich seinerzeit begonnen habe …)

Nun hatte ich ja bereits das keltische Baumhoroskop erwähnt. Der Jahreskreis wurde in verschiedene Baumtypen eingeteilt. Das ist zwar ganz nett, aber leider keine überlieferte astrologische Methode, denn dieses Horoskop wurde erstmals 1948 vom Autor und Dichter Robert Graves erwähnt, oder sollte man sagen „erfunden“? Man kann sich zwar interessehalber damit beschäftigen, aber nur als Spielerei.

 

So ähnlich verhält es sich mit dem indianischen Horoskop. Die „Tiere“ wurden eins zu eins gegen westliche Tierkreiszeichen ausgetauscht und sind meiner Meinung nach auch nur aus spielerischen Gründen interessant, aber kein eigenständiges Wissensgebiet. „Echte“ indianische Astrologie beschäftigt sich mit dem Jahreskreis und der Energie der Erde. Stichwort „Medizinrad“ und dazu gibt es ein hervorragendes Buch, das immer noch erhältlich ist. Ich werde es unten in den Buchempfehlungen aufnehmen.

 

Es gibt sogar noch eine ägyptische Astrologie, natürlich hat die ägyptische Kultur auch schon früh damit begonnen, Schicksale in den Sternen zu berechnen. Doch solange die Aufschriebe nicht hundertprozentig übersetzt und nachvollziehbar angewendet werden können, handelt es sich eher um eine ungenaue Wissenschaft. Diese Gebiete erwähne ich daher zwar der Vollständigkeit halber, kann aber ansonsten wenig damit anfangen.

 

Kommen wir noch zum letzten Punkt – der indischen Astrologie. Diese basiert hauptsächlich auf dem Mond. Auch damit habe ich mich tapfer beschäftig. Zumindest habe ich es versucht. Aus irgendeinem Grund konnte ich jedoch zu dieser Art der Astrologie keinen richtigen Zugang finden. Das liegt aber nicht an dem Buch, dies war sehr kompetent und fundiert geschrieben. Leider ist es mittlerweile vergriffen. Genauso wie die beiden anderen, die ich hätte erwähnen können. Möglicherweise gibt es zumindest in englischer Sprache gute Empfehlungen, aber von den englischen Werken habe ich keines gelesen. Die Besten deutschen sind zumindest im Moment noch gebraucht erhältlich – stöbern lohnt sich bestimmt!

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